DIE STABILE DEN FREIEN!
Ein Musik- und Musiktheaterort für Hamburg
- OFFENER BRIEF –
Sehr geehrte Frau GMD und Intendantin Young, sehr geehrte Frau Senatorin Kisseler,
sehr geehrter Herr Direktor Meierjohann,
seit vielen Jahren gibt es in Hamburg intensive Diskussionen über eine profilierte Spielstätte für die Freie Hamburger Theaterszene. Insbesondere im Bereich des Musiktheaters und der zeitgenössischen Musik ist das Fehlen einer solchen Spielstätte dramatisch, da es zwar profilierte Ausbildungsstätten in diesen Bereichen gibt, aber kaum Aufführungsmöglichkeiten.
Doch ganz im verborgenen, mitten im Zentrum Hamburgs, gibt es einen frisch sanierten Spielort, der seit vielen Jahren künstlerisch brach liegt: die Opera stabile der Hamburgischen Staatsoper.
Einst eine profilierte Studiobühne mit einer bemerkenswerten Uraufführungsgeschichte, befindet sich die Opera stabile seit Unzeiten im Dornröschenschlaf.
Um diesem Missstand ein Ende zu bereiten, haben sich in diesem Frühjahr die Musiktheatermacher des Dachverbands der Freien Theaterschaffenden Hamburg und die Komponisten und Instrumentalisten des Verbands für aktuelle Musik zusammengetan. Wir sind der Meinung, dass sich Hamburg eine derartige kulturelle Leerstelle im Herzen der Stadt nicht leisten kann. Wenn es die Hamburgische Staatsoper nicht schafft, trotz jährlicher Zuschüsse in Höhe von 45 Mio. Euro in drei Jahrzehnten den Gestaltungswillen für die Etablierung einer profilierten Musiktheater-Studiobühne aufzubringen, dann meinen wir:
GEBT DIE OPERA STABILE DEN FREIEN!
Mit der Besetzung der Opera stabile wollen wir auf diesen eklatanten Missstand hinweisen. Wie in der von der Kulturbehörde in Auftrag gegebenen Potentialanalyse des Freien Theaters in Hamburg angeregt, annektieren wir, die Freien Hamburger Musiktheatermacher, die Opera stabile. In Hamburg wie andernorts auch ist die Freie Szene ein elementarer Motor der Kulturlandschaft. Unser Ziel ist es, die Opera Stabile wieder zu einem Ort der ernsthaften künstlerischen Begegnung zu machen. Dies möchten wir unter Einbindung der Freien Hamburger Theaterszene, der ständig wachsenden zeitgenössischen Musikszene sowie den zahlreichen Ausbildungsstätten für die darstellenden Künste in dieser Stadt erreichen.
Unsere Forderung:
Die Einsetzung einer Leitung für die Opera stabile unter maßgeblicher Beteiligung der Freien Szene mit dem Ziel, die Opera stabile in Hamburg zu profilieren und sie ins Musik- und Theaterleben zu reintegrieren.
Der nächste Schritt:
All dies möchten wir Anfang Juni im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Kulturbehörde, der Hamburgischen Staatsoper, den Parteien, sowie dem Hamburger Dachverband Freier Theaterschaffender Hamburg e. V., dem Verband für aktuelle Musik e. V. sowie weiteren Interessierten diskutieren.
Hamburg, den 2. Mai, 2012:
Jan Dvorak, Ralf Eger, Jan Feddersen, Sören Fenner, Hans-Jörg Kapp, Joachim Kappl, Matthias Kaul, Michael Kleine, Michael Maierhof, Isabelle McEwen, Anna Schildt, Marcel Weinand, Verband für aktuelle Musik e. V.,
Dachverband Freier Theaterschaffender Hamburg e. V.
HELFT MIT, DIE OPERA STABILE ZU REANIMIEREN – KOMMT AM DONNERSTAG, DEN 10. MAI UM 17:00 UHR VOR DIE OPERA STABILE (KLEINE THEATERSTRASSE) – KOMMT ALS MEDIZINISCHES PERSONAL GANZ IN WEISS UND BRINGT ARZT-UTENSILIEN MIT!
V. i. S. d. P.: Hans-Jörg Kapp, Behringstraße 11, 22765 Hamburg, hjkapp@operasilens.de
Hier der Text als PDF zum Download